Stadtarchiv Ulm

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A.a. Reichsstädtische Urkundenüberlieferung

Laufzeit:1 1. Im Stadtarchiv Ulm erhaltene Überlieferung: 1181 - 1810, (1829), (1844), (1846),(1855). 2. Ursprünglich im Stadtarchiv Ulm und heute in Archiven außerhalb Ulms verwahrte Urkunden: [813] bis 1810
Umfang: Zu 1.: ungefähr 9890 Urkunden2 Zu 2.: ungefähr 1150 Urkunden3
Findmittel: Regesten (teilweise mit Personen- und Ortsindex), z.T. In Vorbereitung
Signaturen:4 A Urk., D Urk., E Urk., A [5000], A [6751] - A [6756]

Kurzbeschreibung:

Die urkundliche Tradition beginnt mit einer in der Ulmer Pfalz 854 von Ludwig dem Deutschen ausgestellten Urkunde (Stiftsarchiv St. Gallen); eine auf 813 datierte Urkunde erwies sich als Fälschung aus der Mitte des 12. Jahrhunderts (heute HStA Stuttgart, H 51: Kaiser- und Königsselekte) und ist im Stadtarchiv Ulm als notariell beglaubigte Abschrift von 1625 überliefert. Die in Ulm erhaltene reichsstädtische Originalüberlieferung setzt mit einer Herrscherurkunde Friedrich Barbarossas von 1181 ein.
Insgesamt umfasst der Bestand die urkundliche Tradition der Reichsstadt Ulm in allen Bereichen des städtischen Lebens und deren Einrichtungen, ergänzt durch die Überlieferung bedeutender Ulmer Familien und deren Stiftungen.

Der Bestand5 wurde durch eine organisatorische Zusammenführung unterschiedlich und gesondert entstandener Überlieferungen gebildet. Eine vom übrigen Schriftgut separierte Verwahrung von Urkunden erfolgte bereits im 16. Jahrhundert mit der Verbringung der bei der reichsstädtischen Kanzlei erwachsenen Urkundenüberlieferung in das Archiv des Steueramtes.
Ergänzt wird die reichsstädtische Urkundenüberlieferung durch Urkundenabschriften, Regesten und Kopialbücher der reichsstädtischen Verwaltung, der kirchlich und sozialen Einrichtungen sowie durch thematisch angelegte Urkundenabschriften Ulmer Gelehrter des 18. und 19. Jahrhunderts (vgl. H.b. Nachlässe).

Die Kontinuität der archivischen Überlieferung wurde durch den Verlust der Reichsunmittelbarkeit 1802 unterbrochen. Als Folge davon wurden umfassende Akten- und Urkundenbestände in die Archive der neuen Landesherrn nach München bzw. nach Stuttgart verbracht. Mehrheitlich liegen davon heute Filme und Kopien im Stadtarchiv Ulm vor.
Eine weitere Folge der politischen Veränderung von 1802 war die mangelnde Aufsicht über die Archivbestände, was zur weiteren Entfremdung von Archivalien, darunter einer Vielzahl von Urkunden, aus dem städtischen Archiv führte, die erst über die Sammeltätigkeit von Privatleuten, Vereinen und Institutionen wieder an das Stadtarchiv zurückkamen.

1: Entsprechend der Beständegliederung wurde die urkundliche Überlieferung aus der bayerischen Übergangszeit Ulms (1802 - 1810) der reichsstädtischen Urkundenüberlieferung zugeordnet. Bei einzelnen Urkundenbeständen aus Privat- und Stiftungsarchiven reicht bestandsbedingt die Laufzeit auch über 1810 hinaus und wird durch runde Klammern gekennzeichnet.
2: Gesondert aufgestellte Urkunden unterschiedlicher Überlieferungsform. Nicht erfasst sind die heute noch in die Akten eingegliederten Urkunden.
3: Die Zahl der bis 1802/1810 in Ulm, heute in Archiven außerhalb Ulms verwahrten Urkunden konnte nur für die vormals Ulmer Urkunden im HStA Stuttgart (H 51: Kaiserselekte) und StA Ludwigsburg (B 207 Reichsstadt Ulm) ermittelt werden.
4: Die Signaturen beziehen sich auf die gesondert aufgestellten Urkundenbestände. Für die in Abschriften und Kopialüberlieferung erhaltenen Urkunden vgl. A.a.1.6. Abschriften, Kopialüberlieferung und Regesten
5: Zur Geschichte des Archivs und seiner Bestände siehe Specker, Hans Eugen, Überblick zur Archiv- und Bestandsgeschichte des Stadtarchivs Ulm

A.a.1. Zur Geschichte der Reichsstadt
A.a.2. Stadtgericht, Heiratsverträge und Hausbriefe
A.a.3. Ulmer Territorium
A.a.4. Reichsstädtische Wohlfahrtsinsitute, Stifte und Klöster
A.a.5. Ulmer Patrizierfamilien und ihre Herrschaften
A.a.6. Patrizier- und Bürgerstiftungen
A.a.7. Wappenbriefe
A.a.8. Reichsstädtische Repertorien- und Regestenwerke
A.a.9. Urkunden- und Regesteneditionen