Stadtarchiv Ulm

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A.b. Beziehungen zum Kaiser und zu Reichsinstitutionen, Städtetage und Schwäbischer Reichskreis

Laufzeit: 811 (Abschriften und Regesten) - 1808
Umfang: 81,1 lfm mit 1090 verzeichneten Einheiten
Findmittel: Bandrepertorium (A Rep Bd. 1), Datenbank
Signaturen: A 1 - A 1068, A 3400 - A 3404, H Schmid 21/1

Kurzbeschreibung:

Die im Gewölbe des reichsstädtischen Steuerhauses verwahrten kaiserlichen Privilegien wurden 1518 und ausführlicher 1692 als Regesten in den Pergamentbänden der Repertorien 1 und 2 unter dem Stichwort "Freyheiten" verzeichnet. Für Kanzleizwecke wurden zusätzlich Abschriften und Auszüge angelegt, die einen Teil des Aktenbestandes bilden.

Die Beziehungen zum Kaiserhaus sind durch Unterlagen über kaiserliche Aufenthalte in Ulm, Huldigungsakte nach der Thronbesteigung und Glückwunsch- oder Kondolenzadressen zu Geburten, Vermählungen oder Todesfällen in der kaiserlichen Familie dokumentiert. Für das während der Sedisvakanz zwischen Tod des Kaisers und Krönung des Nachfolgers in Kraft tretende Reichsvikariat des Pfalzgrafen bei Rhein sind vor allem die jeweiligen Patente, die Vorrangstreitigkeiten unter den Wittelsbachern und die Korrespondenz zwischen den Reichsstädten um die Anerkennung des Amtsinhabers überliefert. Zum Reichshofrat als kaiserlicher Behörde wurde die allgemeine Korrespondenz mit dessen Mitgliedern und Agenten gesondert zusammengefasst, während Einzelfälle im Entstehungszusammenhang der reichsstädtischen Ämter verblieben.

Umstritten waren zunächst Sitz und Stimme der Reichsstädte auf den Reichstagen, zu denen die Überlieferung im Stadtarchiv Ulm 1508 einsetzt. Als eine der ausschreibenden Städte für die Reichs- und Städtetage unterhielt Ulm ein weitgespanntes Beziehungsgeflecht und wurde 1588 zum Sitz des gemeinsamen Archivs der Schwäbischen Städtebank bestimmt, das dem Nachweis und der Behauptung städtischer Rechte dienen sollte. Zentrale Bedeutung als Direktor der Städtebank und regelmäßiger Tagungsort gewann Ulm auch im Schwäbischen Reichskreis, dessen Überlieferung die wachsenden Aufgaben dieser reichsrechtlichen Institution widerspiegelt.

Die im Zuständigkeitsbereich von Bürgermeister, Geheimem Rat und Rat erwachsenen Unterlagen wurden erst bei der Neuordnung des Archivs - nach den als Folge der Mediatisierung eingetretenen Verlusten - in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der vorliegenden Gliederung zusammengeführt1.

1: dazu: Geschäftstagebuch des Archivars Geiger (1862 - 1867) und den Bericht seines Nachfolgers Link vom Juni 1896: StA Ulm, B 320/1 Nr. 1; siehe Greiner, Johannes, Das Archivwesen Ulms in seiner geschichtlichen Entwicklung, in: WVjh. N.F. 25 (1916), S. 293-324, hier S. 321-323.

A.b.1. Kaiserliche Privilegien; Reichs- und Landvogtei
A.b.2. Kaiseraufenthalte in Ulm1
A.b.3. Huldigungen
A.b.4. Beziehungen zum kaiserlichen Haus
A.b.5. Reichsvikariat
A.b.6. Beziehungen zum Reichshofrat; kaiserlicher Resident in Ulm1
A.b.7. Reichstage und Reichsdeputationstage
A.b.8. Städtetage
A.b.9. Archiv der Schwäbischen Städtebank (Städteregistratur)
A.b.10. Schwäbischer Reichskreis