Stadtarchiv Ulm

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A.h. Rat

Laufzeit: 1435 1811
Umfang: 61,90 lfm mit 382 verzeichneten Einheiten
Findmittel: Bandrepertorium (A Rep Bd. 5) und Datenbank
Signaturen: A 3462 A 3523, A 3530 A 3535

Kurzbeschreibung:

Die Entstehung des aus dem Vogtvertrag von 1255 erstmals zu erschließenden Rates lässt sich nur in Urkunden verfolgen. Wahl und Sitzverteilung zwischen Patriziern und Zünften regelten die Schwörbriefe von 1345 und 1397. Der nach der karolingischen Verfassungsänderung von 1548 im Jahre 1558 besiegelte und bis zum Ende der Reichsstadtzeit als Verfassung in Kraft gebliebene erneuerte Schwörbrief hielt zwar am Grundsatz jährlicher Ratswahlen fest, beschränkte jedoch das Wahlrecht auf Ratsmitglieder, die sich in der Regel selbst in ihrem Amt bestätigten. Das nach der Mediatisierung zunächst vollzählig als provisorischer Magistrat von der bayerischen Regierung übernommene reichsstädtische Ratsgremium wurde mit Wirkung vom 14. August 1804 aufgelöst und durch einen vom Landesherrn ernannten, unter Aufsicht des bayerischen Stadtkommissars tagenden und auf administrative Aufgaben begrenzten Verwaltungsrat ersetzt.

In reichsstädtischer Zeit bildete der Rat unter dem Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters die oberste Instanz für Rechtsprechung und Verwaltung in Stadt und Territorium, erließ Gesetze und Verordnungen und bestimmte die Richtlinien der Politik. Zur Wahrnehmung der laufenden Aufgaben und zur Vorbereitung von Entscheidungen wurden seit der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert Ausschüsse gebildet, aus denen sich unter der Leitung von Ratsherren die Ämter entwickelten1. Die Wahl zum Ratsherrn galt als Ehrenamt, doch wurden sowohl für die Teilnahme an den Sitzungen als auch die Aufgabenwahrnehmung in den Ämtern nach Bedeutung der jeweiligen Funktion abgestufte "Honoraria" gewährt2 .

1: siehe Specker, Hans Eugen, Vergleich zwischen der Verfassungsstruktur der Reichsstadt Ulm und anderer oberdeutscher Reichsstädte mit der eidgenössischer Stadtrepubliken, in: Schweizerisch-deutsche Beziehungen im konfessionellen Zeitalter, Wiesbaden 1984, S. 77 99.
2: siehe Rothe, Kurt, Das Finanzwesen der Reichsstadt Ulm im 18. Jahrhundert (Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm, Bd. 21), Ulm 1991, bes. S. 36 ff.

A.h.1. Ratswahlen und Ratsmitglieder
A.h.2. Ratsordnungen
A.h.3. Rats- und Verwaltungsratsprotokolle