Stadtarchiv Ulm

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A.l. Einungsamt


Laufzeit: 1433 1810
Umfang: 0,75 lfm mit 28 verzeichneten Einheiten
Findmittel: Bandrepertorium (A Rep Bd. 6) und Datenbank
Signaturen: A 3945 A 3970
Verweis: Polizeiordnungen vgl. A.f.2. Stadtverfassung und Stadtrecht

Kurzbeschreibung:

Dem Einungsamt als Untersuchungs- und Strafinstanz oblag die Überwachung der um "burgerlicher Ainigkait willen" erlassenen "Ordnung und Ainung" (A 3948). Zwei Ratsherren wechselten sich im vierteljährlichen, seit dem 16. Jh. im monatlichen Turnus in der Wahrnehmung dieser Aufgabe ab. Im mehrfach erneuerten "Ainungsbuch" fanden sie als Handlungsanleitung die aus Gesatzbüchern und Ratsdekreten übernommenen wichtigsten Gebote und Verbote der Stadt und einen Katalog der für einzelne Vergehen zu verhängenden Geldstrafen, die vom Einungsamt eingezogen und im "Strafbuch" vermerkt wurden. Die vor den Einungern abgelegten Gelübde zur Rückzahlung von Schulden wurden mit den Namen von Gläubigern und Schuldnern, denen bei ergebnislosem Ablauf der Zahlungsfrist die Ausweisung aus der Stadt drohte, in den Schuldgelübdebüchern verzeichnet. Verschiedentlich, u.a. durch Erhöhung des jeweiligen Streitwerts bei Zivilklagen, wurde die Abgrenzung der Kompetenzen zwischen Einungsamt, Bürgermeisteramt und Rat neu geregelt. Dem Einungsamt verblieb jedoch das Verhör von Gefangenen und ggf. die Entscheidung über Anwendung der Tortur (A 3951). Unterstellt waren den Einungern neben Kanzleipersonal auch die Gassenknechte ("Murren") und der "Ammann auf dem Rathaus" (Hausmeister).

Ordnungen für die Einunger (darunter Einungsbücher) 1433 1648, 1712 1720 (A 3945 A 3954); Schuldgelübdebücher 1486 1495, 1520 1521, 1541 (A 3957 A 3961) und Strafbücher des Einungsamtes 1503 1509, 1536 (A 3962 A 3964); Besoldungen und Instruktionen für den Einungsschreiber 1452, 1720 1799 (A 3955 f.); Ordnungen und Besoldungen für Gassenknechte, Rathausammann und das Polizeipersonal in bayerischer Zeit 1480 1810 (A 3965 A 3970).

Abbildung: Titelblatt des um 1544 angelegten Einungsbuches mit den geltenden Ordnungen und den für "Frevel" zu verhängenden Strafen (hier für Lügen und Schelten): StA Ulm, A 3948.

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