Stadtarchiv Ulm

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A.p. Kriegs- und Befestigungswesen, Kriegsamt

Laufzeit: 1422 - 1823, 1838
Umfang: ungefähr 3,30 lfm mit 247 Einheiten
Findmittel: Bandrepertorium (A Rep Bd. 12) und Datenbank
Signaturen: Der Bestand wurde bei der Rückführung nach kriegsbedingter Verlagerung, während der die Ordnung gestört wurde, provisorisch nach Numerus currens aufgenommen. Eine Auflistung der Springnummern erschien nicht sinnvoll; Hinweise auf die vorläufigen Signaturen einzelner Faszikel finden sich in der Inhaltsbeschreibung.

Kurzbeschreibung:

Die zunächst von Bürgermeister und Rat bzw. von diesen "verordneten Kriegsräten" wahrgenommenen Aufgaben des Kriegswesens wurden 1607 dem neu eingerichteten Kriegsamt übertragen, an dessen Spitze ein Triumvirat von zwei patrizischen Ratsherren und einem Ratsherrn aus der Kaufleutezunft stand. Alle sich auf Verteidigung, Kriegszüge, Truppenanwerbung und Musterung beziehenden Obliegenheiten waren hier zusammengefasst. Bei der Neuordnung der Bestände nach der kriegsbedingten Verlagerung wurden ältere Unterlagen zum Kriegswesen, die ab 1607 in die Kompetenz des Kriegsamts fielen, in diesen Bestand eingefügt.

Organisiert war die zu Wach- und Wehrdienst verpflichtete Bürgerschaft in Bürgerkompanien, die sich in Einheiten für Artillerie und Infanterie und die 1688 beschlossene und 1693 gegründete Freikompanie zu Pferd gliederten1. Zur Verteidigung der Stadt und zur regelmäßigen Besetzung der Wachen in Friedenszeiten wurden Garnisonssoldaten angeworben, und darüber hinaus unterhielt die Stadt die zu den Regimentern des Schwäbischen Reichskreises abzustellenden Kontingentsoldaten.

Seit dem Übergang der Reichsstadt an Bayern wurden auch die Ulmer zum Militärdienst im bayerischen Heer herangezogen. Die Existenz des Bürgermilitärs wurde nach einem Dekret vom 8. März 1805 zwar weiterhin geduldet, aber auf freiwillige Basis gestellt. Die damals bestehenden 12 Infanteriekompanien und die Artilleriekompanie lösten sich daraufhin auf, nur die "bürgerliche Kavallerie" (Freikompanie zu Pferd) entschied sich mit verringerter Mitgliederzahl für den Fortbestand. Als Folge der kriegerischen Entwicklung wurde der Verwaltungsrat der Stadt jedoch schon am 11. September 1805 beauftragt, die "Infanteriekompanien wieder nach ehemaliger Art zu organisieren" und für Wachdienste einzusetzen2. Mit dem Übergang Ulms an Württemberg wurde das Bürgermilitär aufgehoben.

1: siehe Reichard, Carl, Geschichte der Kriege und der Bürgerbewaffnung Ulms von den ältesten bis auf die jetzigen Zeiten, Ulm 1832.
2: StA Ulm, A [3060].

A.p.1. Landshuter Erbfolgekrieg:
A.p.2. Organisation des Kriegswesens
A.p.3. Personalia
A.p.4. Kriegskasse
A.p.5. Musterungen und Bestallungen
A.p.6. Bürgermilitär und Garnison
A.p.7. Soldatenwerbung
A.p.8. Wachdienste
A.p.9. Befestigung der Reichsstadt Ulm und der Burg Helfenstein
A.p.10. Sicherungsmaßnahmen, Besatzungen und Einquartierungen, Requisitonen und Kontributionen
A.p.11. Lazarett und Kriegsgefangene
A.p.12. Schützenwesen