Stadtarchiv Ulm

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A.x. Pflegamt

Laufzeit: 1473 – 1811
Umfang: ungefähr 7,25 lfm mit 157 Einheiten
Findmittel: Bandrepertorium (A Rep Bd. 7) und Datenbank
Signaturen: A [259], A [4993] – A [4996], A [6271] – A [6411/1], A [6583] – A [6588]

Kurzbeschreibung:

Dem Pflegamt oblag die Überwachung der Vormundschaften und die Kontrolle über die Vermögensverwaltung durch die Vormünder. Wöchentlich waren dazu zunächst an einem, seit 1535 an zwei und im 18. Jahrhundert an drei Tagen regelmäßige Amtsstunden abzuhalten. Wegen des wachsenden Arbeitsaufwands wurde die Zahl der dem Rat angehörenden „verordneten Herren am Pflegbuch“ von zunächst zwei mit der Ordnung von 1535 auf drei erhöht (ein Patrizier, zwei Zunftangehörige) und diesen ab 1773 ein weiterer patrizischer Ratsherr als viertes Mitglied beigegeben.

Für Witwen und Waisen mussten zwei Pfleger benannt werden, die Verwandte sein konnten, vom Pflegamt auf ihren Leumund zu prüfen und vom Rat zu bestätigen waren. Nach dem Tod des Ehemanns waren dem Pflegamt ein Inventar des Nachlasses und eine Übersicht über die Vermögensverhältnisse vorzulegen. Veränderungen, z.B. Neuanlage von Kapitalien oder Auszahlungen, bedurften der Genehmigung des Pflegamts, das auch zu Heiraten und Volljährigkeitserklärungen seine Zustimmung geben musste. Nachlassgegenstände, die von den Pflegern anders nicht unterzubringen waren, oder Kapitalien, für die sich keine unmittelbare Anlagemöglichkeit fand, wurden in ein Depot des Pflegamts zunächst im ehemaligen Barfüßerkloster, dann im Neuen Bau verbracht. Witwen, die „verdingt Heurat haben“ (Ehevertrag), konnten sich statt der Pfleger zwei „Beistände“ wählen, die ihnen und dem Pflegamt jährlich Rechenschaft über die Vermögensverwaltung abzulegen hatten.

Pflegordnungen, Gutachten und Ratsdekrete zu Pflegschaften und zum Pflegamt 1473 – 1544, 1606 – 1759 (A [4993] – A [4996], Ulmensien); Pflegamtsschreiber und Pflegamtsknecht 1732 – 1793 (A [259]);

Pflegamtsprotokolle mit Namensregister 1637, 1647, 1650 – 1811 (es fehlen die Jahrgänge 1651, 1653 f., 1656, 1663 – 1665, 1669, 1672 – 1674, 1677, 1679, 1683, 1686, 1698, 1716 f., 1719, 1726, 1732, 1735, 1742, 1750): A [6271] – A [6411/1]; Pflegamtsprotokolle für Beiwohner mit Namensregister 1707 – 1810 (A [6583] – A [6586]; „Verschollenenbuch“ (Abrechnung und Auflösung des Vermögens von unter Pflegschaft stehenden verschollenen Beiwohnern) mit Namensregister 1693 – 1810 (A [6587] f.)

Verweis: Zu Ratsdekreten über Pflegschaften von 1668, 1703 – 1769 (mit Lücken) vgl. A.f.2. Stadtrecht, A 3712

Abbildung: Titelblatt des Pflegamtsprotokolls für 1652 mit den Namen der amtierenden Pflegherren und dem Signet des Pflegamtsschreibers Hans Sebastian Stadler: StA Ulm, A [6275].

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