Stadtarchiv Ulm

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B.d.4.1.2. Organisation und Kirchenkonvent

Organisation und Zuständigkeit von Stiftungsrat sowie evangelischem (B 370/10) und katholischem (B 374/50) Kirchenkonvent; Protokolle des Stiftungsrats (B 005/8, 1823 -1894); Festlegung der Grenzen der Kirchengemeinden (B 370/10)

Dem Stiftungsrat gehörten unter dem gemeinsamen Vorsitz von Oberbürgermeister und evangelischem Dekan die Mitglieder des Stadtrats und die Geistlichen an. Aufgabe war die Verwaltung der Schul-, Kirchen- und Armenstiftungen. Seit 1850 wurde der katholische Dekan zu den Beratungen über die Verwaltung der Hospitalstiftung hinzugezogen. Aufsichtsbehörde für den Stiftungsrat war das aus Oberamtmann und Dekan bestehende gemeinschaftliche Oberamt.
Der evangelische Kirchenkonvent, ein ständiger Ausschuss des Stiftungsrats, war für die Überwachung des Stiftungsetats, Sittenzucht und Kirchen- und Schulpolizei zuständig. Er setzte sich aus dem Oberbürgermeister, den Geistlichen, dem Hospital- und Kirchenstiftungsverwalter und vier Stadträten zusammen. Eine selbständige Arbeit des evangelischen Konvents wurde durch die enge Verflechtung mit dem Stiftungsrat erschwert.
Der katholische Kirchenkonvent, zuständig für die katholischen Kirchen- und Schulstiftungen, bestand aus dem Oberbürgermeister, dem katholischen Dekan und drei Bürgern, die aus der katholischen Bevölkerung von den stimmberechtigten Katholiken gewählt wurden.

Von 1823 bis Juli 1840 wurden die Protokolle des Stiftungsrats in Angelegenheiten der Hospitalstiftung und in Kirchen- und Schulsachen gemeinsam in einem Band geführt. Seit August 1840 existieren jeweils eigene Bände für die Protokolle des Stiftungsrats in Hospital- bzw. in Kirchen- und Schulsachen.

Laufzeit: 1817 - 1968
Umfang und Erschließungsstand: 4 lfm mit 123 verzeichneten Einheiten (1817 - 1968)
Signaturen: B 370/10; B 374/50; B 005/8