Stadtarchiv Ulm

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B.e.2. Aufsicht über das Sozialversicherungswesen

Laufzeit: 1806 - 1972
Umfang: 2 lfm mit 65 Einheiten
Findmittel: Kartei und Datenbank für die verzeichneten Unterlagen, sonst Ablieferungslisten
Signatur: B 056

Kurzbeschreibung:

Einrichtungen von Zünften zur wechselseitigen Unterstützung in Krankheits- und Sterbefällen reichen weit in die reichsstädtische Epoche zurück. Im 19. Jahrhundert wurden auch für weitere Berufsgruppen sukzessive Versicherungseinrichtungen geschaffen, so z. B. für Festungsarbeiter und Dienstboten1. Die Bismarcksche Sozialgesetzgebung der Jahre 1883 ff. führte dann zur Vereinheitlichung bzw. zur Neuschaffung von Sozialversicherungseinrichtungen.
Der vorliegende Bestand dokumentiert die Beaufsichtigung der Träger dieser örtlichen Kranken- und Sterbekassen. Diese Aufgabe wurde zunächst vom städtischen Krankenversicherungsamt wahrgenommen. Anfang der 1890er Jahre wurde als Nachfolgeeinrichtung die "Ortsbehörde für die Arbeiter- und Angestelltenversicherung" geschaffen, die bis 1997 bestand und dem Einwohner- und Standesamt angeschlossen war. Da sich der Aufgabenschwerpunkt zunehmend auf Auskunftserteilung in Rentenfragen verlagerte, erfolgte 1998 die Umbenennung in ein dem Bereich "Bürgerdienste" zugeordnetes Sachgebiet "Rentenstelle", das als Bindeglied zwischen Sozialversicherungsträgern, Arbeitgebern und Versicherten fungiert.

Darüber hinaus obliegt der Ortsbehörde bzw. Rentenstelle die amtliche Untersuchung von Arbeits- und Wegeunfällen und die damit zusammenhängende gutachterliche Tätigkeit für Berufsgenossenschaften.

1: Ferry Kemper, Die Entwicklung der Krankenkassen in Ulm von 1801-1883, Ulm 1983, S. 45 ff. Zum Sozialversicherungswesen des ausgehenden 19. Jahrhunderts siehe Jans, Hans-Peter, Sozialpolitik und Wohlfahrtspflege in Ulm 1870-1930 (Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm, Bd. 25), Ulm 1994, S. 189 ff.

B.e.2.1. Sozialversicherungsträger und Sozialgerichtswesen
B.e.2.2. Unfallversicherungen