Stadtarchiv Ulm

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C.a. Bauten der Bundes- bzw. Reichsfestung Ulm

Laufzeit: 1819 - 1959
Umfang: Akten: 1,5 lfm mit 120 Einheiten; Pläne: Ca. 1150 Pläne
Findmittel: Bandrepertorien
Signatur: C 10, C 10 S
Verweis: Zur Gegenüberlieferung des Stadtschultheißenamts vgl. B.b.3.1. Festung und Garnison; Stadtpläne von Ulm mit den gesamten Festungsanlagen vgl. F.a.2. Pläne zur Stadtbefestigung

Kurzbeschreibung1

Der Bestand enthält Akten und Pläne der Festungsbehörden in Ulm, deren Namen und Zuständigkeit sich wiederholt geändert haben. Ein Teil der Unterlagen wurde 1919 direkt an das Stadtarchiv abgegeben, ein anderer gelangte über das Staatliche Sonderbauamt Ulm (heute: Staatliches Hochbauamt Ulm) nach 1945 an das Stadtarchiv.

Der erste Beschluß des Deutschen Bundes, Ulm zur Festung auszubauen, stammt aus dem Jahr 1815. Am 27. März 1819 wurde eine aus österreichischen, bayerischen und württembergischen Offizieren zusammengesetzte Lokalkommission mit der Ausarbeitung der Pläne beauftragt, deren Ausführung dann aber wegen der vorrangig betriebenen Festungsbauten in Mainz und Luxemburg 1823 zurückgestellt wurde. Erst 1837 konnten die Planungen wieder aufgenommen und 1842 mit den Arbeiten für die Anlage begonnen werden. Mit dem Bau der Bundesfestung wurde, da Württemberg über kein dafür qualifiziertes Ingenieurkorps verfügte, der preußische Major Moritz von Prittwitz beauftragt. Schwierigkeiten ergaben sich zunächst dadurch, dass das auf dem rechten Donauufer befindliche Neu-Ulm in die Festung mit einbezogen werden sollte und Bayern für seinen Festungsanteil mit dem Major von Herdegen einen eigenen Ingenieur bestellte. Erst das Einlenken der bayerischen Regierung ermöglichte die Bildung einer gemeinsamen Festungsbaudirektion. Festungswerke und Außenforts konnten bis 1859 fertiggestellt werden, 1868 waren die letzten Proviant- und Pulvermagazine vollendet. Als letzte Ergänzung folgte 1881 bis 1886 das Fort Oberer Eselsberg mit Haupt- und Nebenwerk.

Die Auflösung des Deutschen Bundes 1866 ließ die Nutzungsrechte an den Festungsanlagen vorübergehend an Württemberg und Bayern übergehen, bis am 6. Juli 1869 eine Vereinbarung zwischen dem Norddeutschen Bund und den süddeutschen Staaten über das gemeinschaftliche Eigentum an den ehemaligen Bundesfestungen erzielt wurde. Durch die Eingliederung von Elsaß-Lothringen in das Deutsche Reich 1871 verlor die Festung Ulm, die seit 1873 als "Reichsfestung" bezeichnet wurde, an Bedeutung. 1899/1900 ging die Festungsumwallung auf dem linken Donauufer (=Ulm) durch Kauf in den Besitz der Stadt über, während die Forts weiterhin militärisch genutzt wurden. Die Übergabe der Festungsumwallung auf dem rechten Donauufer an die Stadt Neu-Ulm erfolgte 1906.

Zwischen 1901 und 1914 entstand ca. 1,2 Kilometer vor den Forts eine neue Verteidigungslinie, die aus betonierten und in die Erde eingesenkten Infanteriestützpunkten und Artilleriekampfständen bestand.

1: siehe Loeffler, Emil von, Geschichte der Festung Ulm, Ulm 1881, S. 539-592; siehe Lederer, Wilhelm, Die Militärgeschichte der Stadt und Festung Ulm bis zur 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, in: Garnison und Festung, Festschrift zum Garnisontreffen 1954 anlässlich der 1100-Jahr-Feier der Stadt, Ulm 1954, S. 63-82; siehe Schäuffelen, Otmar, Die Bundesfestung Ulm und ihre Geschichte, Ulm 1980; siehe Lemke, Bernd, Garnison und Stadt, in: Ulm im 19. Jahrhundert, hrsg. von Hans-Eugen Specker (Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm: Reihe Dokumentation, Bd. 7), Ulm 1990, S. 586-641; siehe Burger, Matthias, Die Bundesfestung Ulm, Ulm 2006.

C.a.1. Unterlagen einzelner Festungsbehörden über Planung, Bau und Unterhaltung der Festungswerke
C.a.2. Festungspläne