Stadtarchiv Ulm

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F.h. Stammbücher

Laufzeit: 1585 - 18421
Umfang: 22 Stammbücher
Findmittel: Bandrepertorium
Signatur: F 7

Kurzbeschreibung:

Der Bestand wurde vornehmlich aus Geschenken und einzelnen Ankäufen gebildet. Mehrheitlich handelt es sich um gebundene Alben, meist in braunem Leder, vielfach mit Goldprägung, vereinzelt auch mit Goldschnitt und vorwiegend im Quer - Oktavformat. Drei Stammbücher sind als lose Einzelblattfolge angelegt und in einer geschlossenen Kassetten bzw. in einem Schuber überliefert. Der Erhaltungszustand ist im allgemeinen gut.

Die Sammlung enthält
- aus dem 16.Jahrhundert ein als Stammbuch benutztes Emblembuch des Ulmer Patriziers Jakob Schad mit Eintragungen von 1585/87
- aus der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert ein bürgerliches Stammbuch (mit Eintragungen 1594/1611),
- aus dem 17. Jahrhundert drei patrizische Stammbücher (mit Eintragungen von 1621/26, 1622/23 und 1660/62) sowie drei bürgerliche Stammbücher (mit Eintragungen von 1619/27, 1631/36 und 1694/1728),
- aus dem 18./ 19. Jahrhundert insgesamt 14 Alben, mehrheitlich von Mitgliedern überwiegend wohlhabender Bürgerfamilien.

Die Bände, vereinzelt mit Namensregister, sind je nach Stand und Herkunft des Inhabers sowie nach Zeitgeschmack und Epoche unterschiedlich reich mit Wappen, Allegorien, Szenen, Landschaften, Ansichten, Miniaturen, Kupferstichen etc. illustriert:
- die Stammbücher von Studenten und Bildungsreisenden des 17. Jahrhunderts, vor allem der Patriziersöhne, meist sehr üppig, die der Bürgersöhne des 18.Jahrhunderts, mehrheitlich eher sparsam in der bildlichen Ausstattung;
- die Freundschaftsstammbücher aus den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts mit Blumendarstellungen, Klebebildchen und gedruckten Freundschaftszeichen unterschiedlicher Motive

Unter den Inskribenten finden sich Frauen und Männer unterschiedlichen Standes, Berufs und Bildung, darunter bedeutende Persönlichkeiten des öffentlichen, geistigen, geistlichen und kulturellen Lebens.

Die Sprache der Einträge: im 16. Jahrhundert ausschließlich und im 17. Jahrhundert noch mehrheitlich Latein, durchmischt mit Griechisch und Hebräisch, aufenthaltsbedingt auch Französisch, im 18./19. Jahrhundert vorwiegend Deutsch, gelegentlich Französisch.

Ausgewählte Beispiele:

Stammbuch des Ulmer Münsterpredigers Jakob Honold (1599 - 1664) mit einzelnen Miniaturen und zahlreichen Wappen adeliger Inskribenten aus seiner Studienzeit in Tübingen und Straßburg 1619/27 und der anschließenden Lehrtätigkeit in Straßburg, 1626 Professor der Logik am Ulmer Gymnasium - 62 Blatt, Pergament.

Stammbuch des Ulmer Patriziers Anton Schermar (1604 - 1681), üppig künstlerisch ausgestattet mit Miniaturen, Allegorien, Wappen, szenischen Darstellungen (Festbankett), Stadtansichten (darunter Tübingen und Lyon) aus seinen Studienjahren in Tübingen und Genf und der sich anschließenden Bildungsreise in den Jahren 1621 bis 1626 - 291 Blatt.

Stammbuch des Ulmer Ratskonsulenten Johann Leonhard Holl (1748 -1834), geführt von 1768 bis 1776, besonders interessant durch Darstellungen aus dem Ulmer Studentenleben - 356 Blatt (nicht voll belegt), mit Personenregister und Abbildungsverzeichnis.

1: Die Jahresangaben beziehen sich auf den ersten und letzten Stammbucheintrag

Abbildung: Ulmer Studenten feiern ihren Abschied vom Ulmer Gymnasium academicum vor dem Wechsel auf die Universität, 1768. Koloriertes Stammbuchblatt: StA Ulm, F 7 Nr. 8.

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