Stadtarchiv Ulm

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K.b. Bibliothek des Vereins für Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben

Laufzeit: 1512 ff.
Umfang: ca. 24.000 Bände, 450 lfm
Findmittel: Verfasser- und Schlagwortkatalog
Signaturen: AV (Monographien) AVZ (Zeitschriften)

Kurzbeschreibung:

Die Bibliothek des 1841 gegründeten Vereins für Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben, dessen vorrangiges Anliegen zunächst die Restaurierung und der Ausbau des damals noch unvollendeten Ulmer Münsters war (Münstervolllendung 1890), wurde 1908 (mit ca. 9000 Bänden) in die Obhut der Stadt übergeben und wird heute als Depositum des Vereins im Stadtarchiv Ulm verwahrt1.
Erwachsen ist der Buchbestandes aus dem Schriftentausch mit der seit 1843 erscheinenden Vereinszeitschrift, die in der Folgezeit ihren Namen mehrfach änderte, heute: "Ulm und Oberschwaben. Zeitschrift für Geschichte und Kunst. Mitteilungen des Vereins für Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben". Die Schriftleitung obliegt heute der Leitung des Stadtarchivs.
Der noch im Gündungsjahr der Zeitschrift 1843 begonnene Schriftentausch des Vereins erstreckt sich heute auf 190 Vereine, Archive, Bibliotheken, Museen, Universitäten und wissenschaftliche Institute des In- und Auslandes.
Bei der Verwaltung des Buchbestandes obliegt dem Stadtarchiv der Tausch, die Inventarisierung und Magazinierung, die Stadtbibliothek besorgt die Katalogisierung und die Ausleihe.

Inhaltlich dominiert das historische Schrifttum, darunter überwiegend orts- und landesgeschichtliche Literatur, gefolgt von der Archäologie, Früh-, Kunst- und Kulturgeschichte, Volkskunde und Genealogie; in geringerer Anzahl Literatur u.a. zu Theologie, Philosophie, Philologie, Geographie, Wirtschaft. Die Hauptmasse des Bestandes bilden die über 500 Zeitschriften und Periodica mit insgesamt derzeit ca. 21.000 Bänden. Sie machen auch die eigentliche und besondere wissenschaftliche Bedeutung des Bestandes aus. Der Monographienbestand (ca. 3000 Bände), der anfänglich noch durch zusätzlich Ankäufe ergänzt wurde, wird heute ausschließlich über den Tauschverkehr fortgeführt.

Zu den besonderen Kostbarkeiten des Bestandes gehören vor allem frühe Druckwerke, darunter: "Die Legend des heyligen vatters Francisci" des Kirchenlehrers Bonaventura, Nürnberg 1512 - mit zahlreichen Holzschnitten zum Leben des hl. Franziskus; "Hortulus animae", Lyon 1513, gedruckt von Johann Klein, gewidmet Anton Koberger in Nürnberg - mit besonders qualitätsvollen kolorierten Holzschnitten und eine 1542 in Paris bei Francois Gryphius gedruckte lateinische Bibel mit reizvollen Holzschnitten.

1: Zur Geschichte der Vereinsbibliothek: siehe Breitenbruch, Bernd, Die Bibliothek des Vereins - Bestand und Geschichte, in: Der Geschichte treuer Hüter... Die Sammlungen des Vereins für Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben, Festschrift zum 150 jährigen Bestehen des Vereins, (hrsg. vom Ulmer Museum), Ulm 1991, S. 93 - 109; zur Vereinsgeschichte: siehe Greiner, Johannes, Der Verein für Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben, in: WVjh. 30 (1931), S. 116 - 155 und siehe Ernst, Max, Neunzig Jahre Vereinsgeschichte, in: UO 28 (1932), S. 3 -21.